Liebesfreud und -leid

Wer als Zugabe zwei schlichte Weisen wie „Es ist bestimmt in Gottes Rat“ und „Guten Abend, gut Nacht“ wählt, sucht nicht Erfolg um jeden Preis. Und so wurde denn auch bei Mendelssohn die verhaltene Wehmut beileibe nicht der Sentimentalität, bei Brahms die Herzlichkeit nicht aufgesetzter Herzigkeit geopfert.
Bereits im offiziellen Programm schlossen Sängerin und Pianistin den kleinen Schubert-Block im anspruchsvollen Volkston des „Heidenrösleins“ ab. Dies war einer der besonders anrührenden Momente am Sonntagabend in der St.-Charles-Hall in Meggen. Denn das „Leichte ist (umso mehr, wenn abgesungen) nicht auch schon mit Leichtigkeit adäquat zu realisieren, das Einfache ist nicht folglich simpel. Bei solch filigranen Preziosen steigerte sich die aufmerksame Abstimmung zwischen der Sopranistin und der Pianistin zu sehr intensiver und zugleich behutsamer Partnerschaft. etc.....
Mit Körpergestik hielt sich Monique Diem-Schülin ausgesprochen zurück, im Vertrauen auf die Plastizität und Ausdruckskraft der Musik. Dank kluger Disposition der Kräfte konnte sie einen Bogen spannen von zurückgenommener Intimität (Mendelssohns „Ich hör ein Vöglein“) bis zu handfester Munterkeit (Schoecks „Froher Wandersmann“) Da war auch noch Kraft fürs Aufblühen der verwunschenen „Wunderhorn“-Welt bei Mahler („Ich ging mit Lust“).